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Geschrieben von: Roland Hanke   
Samstag, den 06. Oktober 2007 um 18:50 Uhr

Mit 60 ist noch lange nicht Schluss

Judo-Urgestein, Mattenfuchs, Mutter der Kompanie, Manager – all diese Bezeichnungen treffen auf Rudolf Hendel zu. Doch das ist noch längst nicht alles. Der gebürtige Rodewischer, der zu den Mitbegründern des JC 90 Frankfurt (Oder) gehört, ist noch viel mehr: verlässlicher Partner in allen Lebenslagen, liebevoller Ehemann, Rudolf HendelVater und Opa und vor allem ein Mensch mit Herz. Das hat zuletzt wieder seine Feier zum 60. Geburtstag am 21. September gezeigt, zu der rund 150 Gäste gekommen waren. Anstelle von Blumen erbat er sich für sein Jubiläum Spenden für einen seinen ehemaligen Sportler – für Torsten Reißmann, früher viermal Judo-Europameister, heute schwer krank und ein Pflegefall. Und Hendels Bitte wurde erhört, waren doch seine Gäste mit Hilfe auf die ein oder andere Art zur Stelle. „Ich möchte mich für die große Resonanz bei meinen Gästen ganz herzlich bedanken, denn mit ihrer Unterstützung helfen wir auch Torsten und seiner Frau, ihr Leben ein Stück erträglicher zu machen", sagt Hendel.

Reißmann gehörte zu jenen erfolgreichen Sportlern, die Hendel seit seinem Wechsel an den Mattenrand 1976 beim ASK in Frankfurt und später JC 90 betreute. Unter der Führung von Trainer Hendel haben seine Schützlinge, zu denen unter anderem auch Karl-Heinz Lehmann, Marko Spittka, René Sporleder, Uwe Frenz oder Holk Silbersack gehörten, eine Vielzahl von Titeln und Medaillen bei nationalen Meisterschaften sowie auf internationalem Parkett bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewonnen. Und Rudolf Hendel eroberte selbst als Sportler zweimal die europäische Judo-Krone (1970 und 1971), nahm an den Olympischen Spielen 1972 teil und wurde dreimal DDR-Meister und siebenmal Vize.

Doch für Rudolf Hendel, der von allen „Rudi" genannt wird, ist der „Schnee von gestern" nicht so sehr interessant. Denn nach wie vor geht sein Blick nach vorn – und dabei steht der für ihn als Manager und sein Trainer-Duo Karl-Heinz Werner und Uwe Frenz heute mit dem JC 90 eines ganz oben auf der Liste: Ippon Rodewisch, also den Verein aus seinem vogtländischen Heimatort zu besiegen und somit in die Finalrunde der Deutschen Mannschafts-Meisterschaft einzuziehen. Zu drei Deutschen Meistertiteln (1992, 1998, 1999) und acht Vize-Championaten hat Hendel seine Mannen als Trainer geführt. Zum Abschied von der Bank gab es im Vorjahr in Abensberg Platz zwei. Wenn die Oderstädter das Viertelfinale gewinnen, würden sie das Finale ausrichten, hätten dann Heimvorteil.

Das riecht nach viel Arbeit für den JC-90-Manager. Doch der wiegelt noch ab. „Das was jetzt ist, das zählt", betont er getreu einer seiner Lebensmaxime. Und dass er mit seinen nunmehr 60 Lenzen etwas ruhiger angehen lässt, das mag man ihm nicht so richtig abnehmen. Davon kann seine Frau Karin, mit der er seit 1970 verheiratet ist, bestimmt ein Lied singen. Denn von einem Schlagertitel abgewandelt heißt es für Rudolf Hendel „Mit 60 ist noch lange nicht Schluss". Bleibt nur noch, dem Macher, Hans Dampf in allen Gassen, dem väterlichen Freund, dem Hobby-Koch und -Handwerker weiterhin viel Schaffenskraft und Freude am Leben zu wünschen. „Junger Mann mit Löwenherz" hatte das „Sportecho" zum ersten DDR-Meistertitel Hendels geschrieben – daran hat sich bis jetzt nichts geändert.

Roland Hanke

 

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