| Frankfurter Fluch |
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| Geschrieben von: Dirk Krehan |
| Montag, den 03. Mai 2010 um 06:50 Uhr |
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Märkische Allgemeine / 03.05.2010
JUDO: Frankfurter FluchDie Herren des UJKC Potsdam können das Brandenburg-Derby nicht gewinnenPOTSDAM - Karl Schöneburg formte die rechte Hand zu einer Pistole und ballerte vor Freude um sich. Der kurzzeitige Revolver-Held hatte am Samstag soeben ein Duell in der Judo-Bundesliga gewonnen. In der letzten Minute gelang dem Kämpfer vom JC Frankfurt (Oder) ein voller Punkt gegen Normen Helm vom UJKC Potsdam. „Das war der Schlüsselkampf an einem tollen Judo-Abend", sagte später Jan Schröder, der Präsident des Landes-Judo-Verbandes. Denn durch den Sieg Schöneburgs gingen die Frankfurter überraschend mit 4:1 in Führung und machten einen großen Schritt zum 7:6-Triumph im ersten Bundesliga-Kampf der Saison. Die Potsdamer konnten ihren Frankfurt-Fluch nicht brechen. Auch im siebenten Anlauf gelang den Landeshauptstädtern kein Erfolg. „Wir haben natürlich mit dem ersten Sieg gegen Frankfurt geliebäugelt", sagte Normen Helm. „Aber unser Ziel bleibt trotz der Niederlage der erste Platz in der Nord-Staffel." Der 23-jährige Potsdamer hatte den ersten Kampf gegen Schöneburg im Griff. Er führte mit einem halben Punkt. Helm: „Den Kampf darf ich nicht mehr abgeben. Ich habe meine Linie verloren." Schöneburg hatte bereits drei Strafen wegen Passivität. Zu wenig, wie UJKC-Trainer Axel Kirchner später befand: „Die Kampfrichter waren das Zünglein an der Waage." Schöneburg gelang in der letzten Minute ein voller Punkt. „Normen hat mir den Schneid abgekauft. Aber ich habe mich in den Kampf reingesteigert", analysierte der Student, der am Samstag seinen 23. Geburtstag feierte. Das Besondere an dem Kräftemessen: Ein Ex-Potsdamer stand einem Ex-Frankfurter gegenüber. Schöneburg war einst in Unfrieden vom UJKC gegangen, trainiert nun in Frankfurt. Helm gab seinem Sportstudium den Vorzug und zog von der Oder an die Havel. „Wir kennen uns Ewigkeiten, sind gute Kumpel", erzählte Helm. Die beiden 73-Kilogramm-Athleten haben sich einst in der Nationalmannschaft ein Zimmer geteilt, treffen beim Stützpunkttraining regelmäßig aufeinander. Im zweiten Durchgang standen sich Schöneburg und Helm am Samstag vor 250 Zuschauern in der Sporthalle an der Heinrich-Mann-Allee erneut gegenüber. „Die linke Hand an sein Revers hauen und eiskalt sein", hatte sich Helm vorgenommen. Mit Erfolg, Helm gewann mit einem Schulterwurf. „Das war eine Unaufmerksamkeit", ärgerte sich Schöneburg. „Ich bin auf ihn draufgerannt." So ging das Duell Helm – Schöneburg unter dem Strich unentschieden aus. Den Ausschlag für das Gesamtergebnis gaben die Potsdamer Gaststarter, die nicht die erhofften Punkte einfuhren. So verzeichnete etwa Niklas von Freeden (66 kg) bei seinem Debüt für den UJKC eine Niederlage und ein Unentschieden. „Er ist noch nicht ganz fit", sagte Coach Axel Kirchner. Sichere Punkte ergatterten dagegen die Potsdamer Top-Athleten Robert Kopiske (60 kg) und Robert Zimmermann (+100 kg). Auch Philipp Hollmann (90 kg) legte zwei starke Auftritte hin. Im letzten Kampf des Abends unterlag er beim Stand von 6:6 aber dem Frankfurter Wiktor Twordzyk. (Von Ronny Müller) |



